Windows 7: noch nicht reif für Unternehmen?

02 11 2009

Nach den ersten 7 Tagen mit Windows 7 zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die Händler und viele Kunden glücklich sind, wurde das Betriebssystem andernorts schon wieder deinstalliert. Unter anderem erreichen uns Meldungen von Problemen im Zusammenspiel mit dem SharePoint Portalserver und dem Internet Explorer 8.

Alles wird besser mit Windows 7 - So das Versprechen und die große Hoffnung hinter dem neuen Betriebssystem von Microsoft. Auch wenn dies gerade im Vergleich zum Vorgänger Vista stimmen mag, ist dennoch auch in diesem Fall nicht alles Gold, was glänzt. Probleme, wie sie uns etwa von der Tuomi IT GmbH berichtet werden zeigen, dass im produktiven Einsatz durchaus noch einige Hürden lauern. In diesem Fall sind die Hindernisse sogar so groß, dass das Unternehmen inzwischen wieder auf Windows XP zurückgefahren hat. »Ich bin wirklich wieder überrascht wie sich die Branche auf Windows 7 stürzt. Sicher es ist schneller als Vista, aber über Vista brauchen wir wohl gar nicht sprechen.«, macht Johannes Roos, Geschäftsführer von Tuomi, seinem Ärger Luft.

Zum einen ist es die noch fehlende Unterstützung für Hersteller und Drittanbieter wie z.B. Zyxel SSL-VPN, die bei einem zu frühen Rollout von Windows 7 problematisch werden kann. Aber auch nicht alle Microsoft-Produkte sind offenbar schon ausreichend dafür gerüstet. So berichtet Roos unter anderem von Problemen im Zusammenspiel mit dem SharePoint Portalserver, insbesondere beim Laden bzw. Speichern von Dateien, sowohl über den Browser als auch direkt über »Datei -> Öffnen«. Auch der Internet Explorer 8 verursachte auf mehreren Rechnern verschiedene Probleme, die weder nachvollziehbar noch zu beheben waren. Wenn während des Kopierens mehrerer Verzeichnisse auf einen Server im Netzwerk gleichzeitig die DOS-Eingabeaufforderung (mit Administrationsrechten) aufgerufen wird, verabschiedet sich nach den Erfahrungen von Tuomi der Windows-Explorer samt der Kopiervorgänge. Anschließend lässt sich der Explorer nur über einen Neustart wieder nutzen.

Die Liste der beobachteten Probleme ist noch länger, doch zeigen alleine die geschilderten Beispiele bereits, dass ein blauäugiger Rollout ohne ausgiebige Test und Absicherung schnell zur Gefahr werden kann. Selbst Updates sind hier nicht immer hilfreich, wie Roos Mitte Oktober feststellen musste: »Am nächsten Tag funktionierten diverse Programme nicht (z.B. Fehlermeldung unzulässige 32 – Bitanwendung). Zum Glück standen recht schnell neue Updates zur Verfügung, die den Fehler behoben. Aber ich möchte mir nicht vorstellen, wenn bei unseren Kunden dies passiert wäre und montags morgen die Programme nicht funktioniert hätten (der IT-Service ist dort meist komplett an uns »ausgesourct«). Unsere Telefone wären heiß gelaufen!«.

Dies kann nicht nur Nicht nur für den Anwender unangenehm werden. Auch Systemhäusern, Händlern und Co. empfiehlt Roos die Kunden nicht nur aus dem Wunsch nach schnellem Umsatz mit dem Hype-Produkt Windows 7 auszustatten: »Sie können sich vorstellen, dass diese Punkte ausreichen eine Software nicht in einer produktiven Umgebung einzusetzen. Mit Vista haben wir schon genügend Geld verloren. Wir können uns nicht leisten für Fehler des Betriebssystems gerade zu stehen. Unsere Kunden erwarten von uns, dass wir Systeme erst freigeben, wenn Sie akzeptabel funktionieren. Windows 7 gehört definitiv bis heute nicht dazu, auch wenn es sicherlich in einigen Punkten besser ist als XP, so überwiegen die Probleme. Einen Verkauf von Windows 7 werden wir daher vorläufig nicht vorsehen.«. Und Roos wird noch deutlicher: »Ich kann nur jedem Raten, vorerst auf Windows 7 zu verzichten und Windows XP in einer Unternehmensumgebung zu nutzen. Damit werden wir zwar nicht den Umsatz mit Windows 7 generieren, aber was nützt der Umsatz, wenn uns später die Servicekosten erdrücken.«

Bei aller Kritik legt Roos jedoch auch Wert auf die Feststellung, dass die Kritik an Windows 7 keineswegs einer grundsätzlichen Abneigung gegen Microsoft entspringt. So habe man beispielsweise mit den Server-Versionen sehr gute Erfahrungen gemacht: »Bei Server 2008 haben wir auch anfangs gezögert und Probleme gehabt. Das Release Server 2008 R2 haben wir ebenfalls getestet und bereits in mehreren Varianten produktiv und wir sind begeistert. Also wir sind keine „Microsoft-Verächter“. Ebenso sind sehr zufrieden mit Exchange Server 2007, stabil und schnell. Und auch der SBS 2003 war und ist von Microsoft ein sehr gutes Produkt.«

Roos Verbesserungsvorschlag ist genauso einfach wie eindeutig: Man muss nicht auf jeden Zug gleich aufspringen und ständig das Rad neu erfinden. Manchmal ist die beste Lösung eben nicht die neuste: »Der Produktlebenszyklus vom „alten Mac-Classic“ war ja auch ca. 15 Jahre. XP ist mal gerade 7 Jahre alt. Wenn auch die Hardware kurze Zyklen hat, so muss es nicht bei der Software so sein. Wir haben noch Kunden, denen wir Novell 3.12 virtualisiert haben und die in einer virtuellen Win95 Umgebung glücklich auf neuester Hardware mit Ihrem alten DOS-Programm arbeiten. Die Arbeitsgeschwindigkeit, die der Kunde hier erreicht, erreicht er in einer reinen Windowsumgebung bis heute nicht. Hier wären es sicherlich sinnvoll Konzepte zu erarbeiten. Arbeitsabläufe müssen optimiert und nicht verlangsamt werden.«

 

»Mit Vista haben wir schon genügend Geld verloren.«

Die Liste der beobachteten Probleme ist noch länger, doch zeigen alleine die geschilderten Beispiele bereits, dass ein blauäugiger Rollout ohne ausgiebige Test und Absicherung schnell zur Gefahr werden kann. Selbst Updates sind hier nicht immer hilfreich, wie Roos Mitte Oktober feststellen musste: »Am nächsten Tag funktionierten diverse Programme nicht (z.B. Fehlermeldung unzulässige 32 – Bitanwendung). Zum Glück standen recht schnell neue Updates zur Verfügung, die den Fehler behoben. Aber ich möchte mir nicht vorstellen, wenn bei unseren Kunden dies passiert wäre und montags morgen die Programme nicht funktioniert hätten (der IT-Service ist dort meist komplett an uns »ausgesourct«). Unsere Telefone wären heiß gelaufen!«.

 

Dies kann nicht nur Nicht nur für den Anwender unangenehm werden. Auch Systemhäusern, Händlern und Co. empfiehlt Roos die Kunden nicht nur aus dem Wunsch nach schnellem Umsatz mit dem Hype-Produkt Windows 7 auszustatten: »Sie können sich vorstellen, dass diese Punkte ausreichen eine Software nicht in einer produktiven Umgebung einzusetzen. Mit Vista haben wir schon genügend Geld verloren. Wir können uns nicht leisten für Fehler des Betriebssystems gerade zu stehen. Unsere Kunden erwarten von uns, dass wir Systeme erst freigeben, wenn Sie akzeptabel funktionieren. Windows 7 gehört definitiv bis heute nicht dazu, auch wenn es sicherlich in einigen Punkten besser ist als XP, so überwiegen die Probleme. Einen Verkauf von Windows 7 werden wir daher vorläufig nicht vorsehen.«. Und Roos wird noch deutlicher: »Ich kann nur jedem Raten, vorerst auf Windows 7 zu verzichten und Windows XP in einer Unternehmensumgebung zu nutzen. Damit werden wir zwar nicht den Umsatz mit Windows 7 generieren, aber was nützt der Umsatz, wenn uns später die Servicekosten erdrücken.«

 

Keine Microsoft-Hasser

Bei aller Kritik legt Roos jedoch auch Wert auf die Feststellung, dass die Kritik an Windows 7 keineswegs einer grundsätzlichen Abneigung gegen Microsoft entspringt. So habe man beispielsweise mit den Server-Versionen sehr gute Erfahrungen gemacht: »Bei Server 2008 haben wir auch anfangs gezögert und Probleme gehabt. Das Release Server 2008 R2 haben wir ebenfalls getestet und bereits in mehreren Varianten produktiv und wir sind begeistert. Also wir sind keine „Microsoft-Verächter“. Ebenso sind sehr zufrieden mit Exchange Server 2007, stabil und schnell. Und auch der SBS 2003 war und ist von Microsoft ein sehr gutes Produkt.«

Roos Verbesserungsvorschlag ist genauso einfach wie eindeutig: Man muss nicht auf jeden Zug gleich aufspringen und ständig das Rad neu erfinden. Manchmal ist die beste Lösung eben nicht die neuste: »Der Produktlebenszyklus vom „alten Mac-Classic“ war ja auch ca. 15 Jahre. XP ist mal gerade 7 Jahre alt. Wenn auch die Hardware kurze Zyklen hat, so muss es nicht bei der Software so sein. Wir haben noch Kunden, denen wir Novell 3.12 virtualisiert haben und die in einer virtuellen Win95 Umgebung glücklich auf neuester Hardware mit Ihrem alten DOS-Programm arbeiten. Die Arbeitsgeschwindigkeit, die der Kunde hier erreicht, erreicht er in einer reinen Windowsumgebung bis heute nicht. Hier wären es sicherlich sinnvoll Konzepte zu erarbeiten. Arbeitsabläufe müssen optimiert und nicht verlangsamt werden.«

Quelle: www.crn.de

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