Nachdem Google mit seinem »Android«-Betriebssystem bereits die Handys und Smartphones erobert hat, soll jetzt der zweite Streich folgen. Noch im nächsten Jahr sollen erste Rechner und Netbooks mit dem derzeit entwickelten Open-Source-Betriebssystem »Chrome OS« bestückt werden. Das teilten Sundar Pichai, Vice President Product Management, und Linus Upson, Engineering Director bei Google, in einem Beitrag im Google-Blog mit. Dabei stellen sie auch klar, dass Chrome OS mehr als nur ein »Abklatsch« von Android wird. Es handle sich um ein völlig eigenständiges Projekt, so Pichai.
Laut den Angaben von Google soll Chrome OS insbesondere »einfach, schnell und sicher« werden, also sozusagen die (kostenlose) »Eierlegende Wollmilchsau« unter den Betriebssystemen. Konkret versteht man darunter bei Google etwa eine Wartezeit von nur wenigen Sekunden, bis das Betriebssystem arbeitsbereit und mit dem Internet verbunden ist. Außerdem soll eine spezielle Sicherheitsarchitektur das System unempfindlich gegenüber Malware machen. Wie das allerdings genau erreicht werden soll, lässt Google bisher noch offen. Den Kern des neuen Betriebssystemsystems bildet jedenfalls Linux, die Anwendungen werden Web-gestützt geliefert. Damit funktionieren sie nicht nur auf Chrome-OS-Rechnern, sondern auch auf Systemen, die mit anderen Betriebssystemen arbeiten: z.B. Windows, MacOS oder Linux. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass ein Browser vorhanden ist.
Chrome OS vs Windows 7
Chrome OS wird auf Rechnern mit x86-Prozessoren von Intel und CPUs von ARM laufen. Damit ist die Software für den Einsatz auf den relativ leistungsschwachen Netbooks ebenso geeignet, wie auf konventionellen PCs. Allerdings will Google in der ersten Phase zunächst vor allem die kleinen Netbooks ins Visier nehmen: Wie bereits berichtet, haben einige Hersteller wie Acer und Hewlett-Packard bereits Tests mit Android auf den ultramobilen Rechnern durchgeführt. Beide Hersteller sind auf der Suche nach einer Alternative zu Windows und Linux als Netbook-Betriebssystem. Chrome OS bietet sich hier künftig als neue Lösung an.
Chrome OS tritt somit in erster Linie direkt gegen Windows XP und Windows 7 an. Auch Microsoft will gerade mit dem neuen Windows 7, das deutlich sparsamer mit Rechnerressourcen umgeht als Vista, seine gute Position im Netbook-Markt ausbauen. Für Google dürfte es somit zu einem Kraftakt werden, Chrome OS als Alternative zu positionieren. Andererseits kommt es gerade bei den preisgünstigen Netbooks auf niedrige (Software-)Kosten an. Deshalb sind die Chancen für die Open-Source-Software per se nicht schlecht. Entscheidend wird sein, wie schnell Anwendungen für das Betriebssystem zur Verfügung stehen.
Quelle: www.crn.de
Kommentar hinzufügen