Die sieben größten Flops von Microsoft

26 07 2010
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Immerhin 35 Jahre hat Microsoft mittlerweile auf dem Buckel. In dieser langen Zeit brachte die Firma viele Super-Produkte auf den Markt. Allerdings waren auch einige echte Rohrkrepierer dabei. Hier die sieben übelsten Reinfälle »Made in Redmond«.

Wir lernen PC mit Microsoft BOB

Okay, Microsoft BOB ist nur etwas für IT-Veteranen (wie den Autor dieses Beitrages). Keine Ahnung, welcher Entwickler bei Microsoft auf die Idee kam, eine grafische Benutzeroberfläche im Stil eines Hauses zu entwickeln und die Anwendungen in »Zimmern« zu verstecken.

 

Vermutlich jemand, der den PC – und Windows – vielen, vielen Menschen nahebringen wollte. Als BOB 1995 das Licht der Welt erblickte, waren die Erwartungen hoch. So viele schöne Anwendungen, wie ein Haushaltsprogramm, Kalender, E-Mail, eine rudimentäre Textverarbeitung et cetera, und das im schmucken Comic-Design. Das MUSSTE einfach ein Hit werden. Tja, nach sagenhaften 30.000 verkauften Exemplaren beerdigte Microsoft die Idee wieder.

 

Die SPOT-Armbanduhr

Die Welt spricht Windows, oder besser gesagt SPOT! Dieser Traum von Bill Gates ist wohl geplatzt.

Alles Windows, oder was? Klar, sagte sich Microsofts Gründer und damaliger Chef Bill Gates und präsentierte dem staunenden Publikum im Jahr 2003 eine Armbanduhr auf Basis der Smart-Personal-Object-Technologie (SPOT).

Die Grundlage war der MSN-Direct-Service, über den Haushaltsgeräte wie Toaster oder eben auch Uhren via Funk Informationen empfangen und senden konnten.

Der Traum von Bill Gates: SPOT vernetzt alles mit jedem, und Microsoft ist immer mit im Boot. Schade, denn das scheint eine Vision zu bleiben. Jedenfalls wird MSN Direct im nächsten Jahr dicht gemacht.

KIN – nur eine Fingerübung

Zu den Flops aus jüngster Zeit gehören das KIN One und KIN Two – die beiden niedlichen Mobiltelefone, mit denen Microsoft keine IT-Veteranen, sondern die Jugend für sich gewinnen wollte.

Kaum da, und schon wieder weg. Den KIN-Smartphones war 2010 nur ein halbes Jährchen Lebenszeit beschieden.

Und das mit dem guten alten Windows Mobile an Bord, obwohl doch bereits Windows Phone 7 mit großem Trara angekündigt worden war. Und dann noch die Sache mit den Apps: Die von Drittanbietern sollten auf den KINs nicht laufen dürfen – also liefen die Interessenten davon. Nach dem Start im Januar 2010 war bereits im Juli Schluss mit KIN und Co.

Floppo Digitalo: Ultimate TV

Tivo machte in den USA vor, wie das Geschäft mit digitalen Videorecordern (DVR) läuft – gut, wenn man es richtig anpackt. Und das wollte sich exakt vor zehn Jahren auch Microsoft nicht entgehen lassen und zauberte Ultimate TV aus dem Hut.

Aus Ultimate TV wurde ...

Doch die Kabelnetzbetreiber, die in Amerika über das Wohl und Wehe solcher Konzepte entscheiden, senkten den Daumen: nicht intuitiv zu bedienen – also noch viel zu viel DOS, so das Urteil.

... Mediaroom.

Aber Microsoft gibt den Kampf um das Fernsehen nicht auf. Microsoft TV IPTV alias Microsoft Mediaroom heißt ein Ansatz aus jüngerer Zeit. Der soll nun IP-Netze, TV, PC und mobile Abspielgeräte und Displays unter einen Hut bringen.

Zune – der Windows-iPod

Apple hat mehrfach vorexerziert, wie sich aus einer guten Idee Geld machen lässt. Ein Beispiel ist der iPod. Okay, was dieser Steve Jobs kann, können wir auch – und zwar besser, muss wohl die Devise gelautet haben, die Mr. Ballmer und Mr. Gates ausgaben,.

Der MP3-Player Zune will und will einfach kein iPod 2 werden.

Klar, denn schließlich hatte auch der fast bankrotte Rechnerhersteller Apple bis dato nichts mit Unterhaltungselektronik am Hut gehabt, um dann mit dem iPod abzusahnen. Aber irgendwie scheint Microsoft kein glückliches Händchen zu haben, wenn es um andere Dinge als Windows, Office, Sharepoint et cetera geht.

Der MP3-Player Zune jedenfalls wird wohl keinen Platz in der Hall of Fame des Herstellers erobern können, mit seinen geschätzten 3 Prozent Marktanteil. Da verkaufen sich ja selbst die Keyboards und Mäuse von Microsoft besser (die der Autor übrigens gerade traktiert). Na, das sind eben solide, wohl durchdachte Produkte, keine windigen iPod-Clones.

Windows Vista – der behäbige Riese

Zum Abschluss ein besonders peinlicher Flop von Microsoft, und der auch noch auf dem »Feld der Ehre«, dem der Betriebssysteme.

Es sollte ein »Aha-Erlebnis« für Nutzer von Windows XP werden, als Microsoft im Januar 2007 Windows Vista präsentierte. Wurde es auch, doch anders, als das der Software-Hersteller geplant hatte: Viele Vista-User kehrten reumütig zu ihrem XP zurück; Firmenkunden bockten und beschlossen, lieber auf den Nachfolger des glücklosen Betriebssystems zu warten.

Setzen, sechs - und das Ganze noch einmal! Windows Vista bekam Prügel, Windows 7 wird auf Händen getragen.

Der schlechte Support für Hardware, Stichwort Treiber, und die mangelhafte Unterstützung älterer Anwendungen machten Vista zu einem der am meisten gehassten Produkte von Microsoft. Ganz unschuldig war der Konzern nicht. Denn der hielt allzu lange an seiner »Mauer-Taktik« fest und bügelte Kritiker von Vista nieder.

Aber am Ende wurde alles gut – mit Windows 7. Seitdem vertragen sich Microsoft und seine Betriebssystemkunden wieder.

Wie sagte der Sohn des Autor (2. Semester Wirtschaftsinformatik) so schön, als der Herr Vater kürzlich mit einem gebrauchten Power Mac G5 daher kam, den ihm ein Freund aufgedrängt hatte: »Wozu brauchst Du denn die Kiste? Windows 7 ist doch genauso gut wie MacOS.« Wenn das kein Lob ist!

Quelle: networkcomputing.de

 



 

 

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